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Was ist eine kommissarische Leitung? – Bedeutung & Beispiele

Was ist eine kommissarische Leitung

Gerade in Stellenbezeichnungen oder in Unternehmen sowie der Politik wird man öfters mit dem Ausdruck der kommissarischen Leitung in Kontakt gebracht. Es handelt sich hierbei um eine Position, die man einnehmen kann, aber die jedoch nur zeitlich begrenzt ist. Die kommissarische Leitung dient dabei zur Überbrückung, bis ein Nachfolger für die Position gefunden ist oder die Person kann nach der Zeitspanne der vorübergehenden Übernahme des Amtes selbst als Träger des Amtes benannt werden.

Doch was genau ist eine kommissarische Leitung?

Das Wort kommissarisch leitet sich aus dem Lateinischen ab. „Commissarius“ bedeutet dabei so viel wie: „Beauftragter zur Erledigung eines Geschäftes“.

Unter einer kommissarischen Leitung versteht man das Übertragen einer führenden Position an einen Vertreter, der die Stelle so lange übernimmt, bis der eigentliche Innehaber der Stelle wieder zurückkehrt. Die Bezeichnung der kommissarischen Leitung hört sich zwar quasi an wie eine Art Beförderung eines Postens, jedoch handelt es sich hierbei lediglich um eine Vertretung für eine andere Person. Jedoch ist die Stelle dennoch eine Art Ehrung, da es sich in der Regel um besonders vertrauensvolle führende Posten handelt. Wer das Amt der kommissarischen Leitung übertragen bekommt, kann demnach durchaus sehr stolz auf sich sein, da sich dies auch im Lebenslauf sehr positiv auswirkt.

Liegen in einem Unternehmen schwierige Situationen oder Entscheidungen vor, so wird ebenfalls gerne auf eine kommissarische Leitung von außerhalb gesetzt, da diese sehr rationale und neutrale Entscheidungen treffen kann. Der Vorteil liegt dabei darin, dass fremde Personen objektivere Entscheidungen treffen kann

Wie wird man zur kommissarischen Leitung ernannt?

Um einen Posten als kommissarische Leitung zu erhalten, muss zwingend eine andere Person ihr Amt vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr ausüben können. Hierbei können Krankheiten, langfristige anderweitige Verwendungen oder auch Todesfälle als Gründe in Betracht kommen. Die kommissarische Leitung kann dabei direkt vom Unternehmen selbst gestellt werden oder auch ein externer Bewerber sein.

Oft gibt es ebenfalls Stellenausschreibungen, auf die man sich bewerben kann. Hierbei ist der Posten, demnach also auch der Arbeitsvertrag, zeitlich begrenzt. Teilweise besteht die Möglichkeit, wenn der Posten der kommissarischen Leitung wieder durch den ursprünglichen Inhaber besetzt werden kann, auf eine andere Stelle umzusteigen.

Beispiele

Ein Unternehmen leidet unter einem großen Gewinnverlust und muss Stellen abbauen.
In diesem Fall wird gerne eine kommissarische Leitung von außerhalb eingesetzt, um wichtige innerbetriebliche Maßnahmen durchzuführen. Gerade der Abbau von Stellen erfordert eine sehr objektive und rationale Entscheidung, die langfristige Mitarbeiter teilweise nicht treffen können, da dies auch sehr belastend sein kann.

Ein Politiker eines wichtigen Amtes erleidet an einer Krankheit, die ihn vorübergehend dazu verleitet, das Amt auf längere Zeit abzulegen.
Für diese Zeitspanne wird ebenfalls ein würdiger Vertreter benötigt, der das Amt des erkrankten Amtsträgers übernimmt. Hierbei gilt, dass die kommissarische Leitung von Anfang an nur für einen bestimmten Zeitraum benötigt wird. In der Regel werden dabei Personen bevorzugt, die bereits Erfahrungen mit der Ausübung des Amtes haben.

Ein Mitarbeiter einer Führungsposition ist verstorben.
Um genügend Zeit zu finden, um einen würdigen Nachfolger zu finden, ist es üblich eine Vertretung aus dem eigenen Mitarbeiterkreis vorübergehend als kommissarische Leitung einzusetzen. Diese Vertretung kann dabei helfen die Zeit des neuen Einstellungsprozesses zu überbrücken.

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