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Werkvertrag & Dienstvertrag – was ist der Unterschied?

Werkvertrag & Dienstvertrag - was ist der Unterschied

Grundsätzlich ist hier Reden Gold. Bevor Sie einen Vertrag unterschreiben, erkundigen Sie sich genau, was der Auftraggeber will. Denn auch diese kennen den rechtlichen Unterschied oft nicht. Umgekehrt sollten sich natürlich auch Auftraggeber erkundigen, ob arbeitswillige Auftragnehmer den Vertrag verstanden haben.

Grundsätzlich ist hier Reden Gold. Bevor Sie einen Vertrag unterschreiben, erkundigen Sie sich genau, was der Auftraggeber will. Denn auch diese kennen den rechtlichen Unterschied oft nicht. Umgekehrt sollten sich natürlich auch Auftraggeber erkundigen, ob arbeitswillige Auftragnehmer den Vertrag verstanden haben.

Dienstvertrag

Bei einem Dienstvertrag wird geregelt, wie viele Stunden zu welchem Gehalt an einem fixen Arbeitsplatz zu leisten sind. Da der Erfolg nicht vorhersehbar ist, wird meist eine Probezeit vereinbart, um zu sehen, ob die Dienstnehmer die Arbeit so verrichten, wie Arbeitgeber dies wünschen, ob man sich versteht, mit dem Team zurechtkommt usw. Genau genommen ist dies dann ein Arbeitsvertrag. Jedoch wird unterschieden zwischen Angestellten-Tätigkeit und Arbeiter-Tätigkeit. Zum Beispiel ist Büroarbeit Angestellten-Tätigkeit, während Maurer eine typische Handwerker-Tätigkeit ist und als Arbeiter-Tätigkeit eingestuft wird.

Freier Dienstvertrag

Haben Sie gewisse Freiheiten, so dass Sie sich die Arbeitsstunden in einem vorgegebenen Rahmen selbst aussuchen können, spricht man von einem freien Dienstvertrag. Diese Dienstverträge unterliegen meist einer Befristung und werden mit einer Honorarnote abgegolten statt eines Gehaltszettels. Solche Dienstverträge schließen Rechtsanwälte mit Klienten ab, aber auch Freiberufler wie Ärzte und Solo-Selbständige wie Künstler arbeiten oft mit dieser Form des Vertrages. Solo-Selbständige finanzieren ihre Beiträge zur Gesundheits– und Pensionsversicherung selbst und beschäftigen keine Mitarbeiter. Das unternehmerische Risiko ist deshalb hoch. Im Krankheitsfall und im Urlaub haben sie keine Vertretung.
In Call-Centern finden Sie auch freie Dienstnehmer. Sie bekommen keinen fixen Lohn, sondern erhalten lediglich die Abgeltung für erfolgreich geführte Gespräche.

Künstler

Selbständige Künstler mit Hauptwohnsitz Österreich haben die Möglichkeit, einen finanziellen Zuschuss vom Künstler-Sozialversicherungsfond (KSVF) zu erhalten.
Pflichtversicherte Künstler, die angestellt sind, können mittels Formular um niedrigere Versicherungsbeiträge ansuchen oder eine Ruhendmeldung anmelden, so dass sie Arbeitslosengeld beziehen können.
Diese Unterstützungen setzen einen Notfall voraus und die Künstler haben darauf keinen Rechtsanspruch.

Werkvertrag

Der österreichische Werkvertrag ist privatrechtlich. Bezahlt wird für den Erfolg einer Werkserstellung, egal wie lange der Hersteller braucht. Das Werk kann an einem beliebigen Ort gefertigt werden. Werkvertrag-Beauftragte sind somit selbständig und tragen das unternehmerische Risiko. Für ein nicht zufriedenstellendes Werk kann ein Gewährleistungsanspruch eingefordert werden. Bei nicht pünktlicher Fertigstellung des Werkes ist eine Verspätungspauschale fällig. Haben Sie einen Werkvertrag unterschrieben, gelten Sie als Ein-Personen-Unternehmen (EPU).
EPU-Beauftragte helfen bei Fragen zur Gründung, Steuern usw.

Unterschiede

Haben Sie einen Werkvertrag, tragen Sie das unternehmerische Risiko. Unterschrieben wird der Werkvertrag von freien, freiberuflichen Dienstnehmern. Für sämtliche Aufzeichnungen, Abgaben sind Werkvertragsnehmer zuständig. Im Gegenzug besteht die Freiheit zu arbeiten, wo, wann und wie sie wollen.

Der Dienstvertrag wird von unselbständigen Arbeitnehmern unterzeichnet. Es besteht also eine Abhängigkeit vom Dienstgeber. Für Lohnsteuer und andere Abgaben ist der Dienstgeber zuständig. Ebenfalls bestimmt der Dienstgeber wann, wo und wie gearbeitet wird. Im Gegenzug sind Sie für den Erfolg und das Gelingen ihrer Arbeit nicht voll verantwortlich. Verantwortlich sind Sie für die Einhaltung der Arbeitsregeln.

Ein wesentlicher Unterschied besteht auch darin, dass Dienstnehmer im Krankheitsfall weiter bezahlt werden, es besteht Anspruch auf Urlaub und Urlaubszahlung, es gibt einen Kollektivvertrag für ein Mindestgehalt. Arbeitszeit, Abfertigung, Kündigungsbedingungen werden ebenfalls per Kollektivvertrag geregelt.

Bekommen Sie monatlich das gleiche Gehalt, ist das kein Werkvertrag. Auch Urlaubs- und Weihnachtsgeldzahlungen sind Merkmale eines Arbeitsvertrags.

Home Office bedarf einer schriftlichen Vereinbarung und sollte sicherheitshalber geprüft werden. Prüfen lassen können Sie Ihre Arbeits- und Werkverträge unentgeltlich bei Arbeiterkammern und Gewerkschaften. Bei Bedarf wird Ihnen auch geholfen, einen Vertrag umzuwandeln.

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