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Was macht man im Religion LK? + Vor & Nachteile

Was macht man im Religion LK

Einen Leistungskurs zu wählen, kann zu den schwersten Entscheidungen der Schullaufbahn sein. Man will etwas, was zu einem passt, aber es darf auch nicht schon alles im eigenen Kopfs sein, was man da als Wissen aufgetischt bekommt. Und doch will man etwas lernen und sich wohlfühlen und auf etwas aufbauen können. Da hilft es, sich die einzelnen Leistungskurse anzuschauen und sich mit ihnen vertraut zu machen.

Religion als Leistungskurs

Religion ist nicht immer in allen Bundesländern als Leistungskurs im Kursverzeichnis ausgeschrieben, aber wenn, was hat es dann damit auf sich?

Wie man sich vorstellen kann, ist der Religionsunterricht damit befasst, sich mit der christlichen Religion (vor allem) auseinanderzusetzen und darüber zu lernen. Dabei spielt es auch nur eine untergeordnete Rolle, ob es ich dabei um den evangelischen oder den katholischen Religionsunterricht handelt. Die Religion, die Bräuche, Traditionen und der Einfluss auf die Gesellschaft sollen erklärt werden. Woher kommt was? Und warum glaubt man es? Und wie hat es sich entwickelt. Das sind die Basiskenntnisse, die man in dem grundständigen Leistungskurs erwirbt.

Der Leistungskurs in Religion

In Religion als Leistungskurs geht es noch viel tiefer. Man analysiert christliche Botschaften, Bibeltexte und anderes auf seinen Gehalt. Was wird damit gesagt? Wie kann man es in Verbindung zu heute stellen und wie hat es die europäische Kultur geprägt.

Zudem wird die Argumentation geschult, indem man sich mit den Argumenten in christlichen Texten und dem Glauben als solches auseinandersetzt. Wie kann man was begründen und warum wurden gewisse Dinge in der Geschichte des Glaubens so und nicht anders begründet?

Anthropologische und theologische Ansätze verknüpfen sich, indem man den Menschen als Schöpfung und Ebenbild Gottes wahrnimmt und seine Rolle innerhalb der Religion, des Kosmos und der Gesellschaft betrachtet. Was kann das Individuum ausrichten? Wann sollte es handeln und wann nicht und warum handelt man und wie entwickeln sich Pflichten, Gebote, Verbote und so weiter? Der Mensch als das Zentrum in der Religion. Betrachtet als das Lebewesen, was sich selbst einen Glauben gegeben hat. Wie kam es dazu? Wie geht man selbst als Individuum mit seinem Glauben und um wie und warum fühlt man sich trotz seiner Individualität als Teil etwas größeren Ganzen?

Vorteile des Leistungskurses Religion

Es liegt auf der Hand, dass man sehr viel tiefer in die Religion abtauchen kann, die für etliche Jahrhunderte das Leben, die Gesellschaft, das Denken und alles andere zumindest gestreift und dadurch geprägt hat. Man kann viel Verständnis dafür entwickeln, wie sich Europa entwickelt hat, warum man gewisse Traditionen hochhält, warum gewisse Dinge schwierig zu entscheiden sind (Abtreibungen zum Beispiel) noch viel mehr. man lernt etwas, was man sonst nicht lernen würde und man kann sich dabei auch noch in Diskussionen außerhalb dessen darauf berufen, um eine Erklärung zu liefern, selbst wenn man dem Glauben nicht angehört. Aber man hat sich eben viel Wissen angeeignet, weil man den Leistungskurs belegt hat.

Nachteile des Leistungskurses Religion

Die christliche Religion steht im Vordergrund, alle anderen Religionen werden – wenn überhaupt – nur am Rand betrachtet und als Vorläufer oder Nebenerscheinung gesehen (Judentum und Islam). Auch werden einige Dinge einfach als gegeben hingenommen, weil man sie nicht logisch begründen kann und etliche wissenschaftliche Erkenntnisse fallen zwangsläufig unter den Tisch, denn die Schöpfung, unsterbliche Seelen, ein Leben nach dem Tod und so weiter sind nie wissenschaftlich erwiesen worden. Irgendwo ist mit dem Hinterfragen und dem Argumentieren wohl Schluss und das könnte dem einen oder anderen sauer aufstoßen. Und man könnte dann vielleicht den Lehrer verärgern, wenn man Dogmen hinterfragt oder sich abfällig äußert.

Fazit

Was für einen Kurs man wählt, obliegt einem selbst. Ein Leistungskurs für Religion ist wohl eines der zweifelhaftesten und zugleich interessantesten Kurse, die man belegen kann. Auf der seinen Seite kann man unglaublich viel lernen in Sachen christliche Religion, christliche Botschaften, Textanalyse, Argumentation, Tradition, Gesellschaftsgeschichte und europäische Kultur. Wer sich dafür interessiert, der könnte wirklich über einen solchen Kurs nachdenken.

Auf der anderen Seite ist ein Religionsunterricht zwangsläufig nur selten wirklich handfest, Dogmen müssen hingenommen werden und vieles ist gegeben. Wer der Ansicht ist, dass Gott nicht existiert und Religion für albern hält und die Wissenschaft müsse es klären, der könnte nicht nur unglücklich in einem Religionsunterricht werden, sondern könnte darüber hinaus Ärger heraufbeschwören.

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