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Was ist ein erweiterter Realschulabschluss? – Bedeutung & Unterschied

Was ist ein erweiterter Realschulabschluss

Der erweiterte Realabschluss ist nicht bundeseinheitlich geregelt. Deshalb kommt es bei der Anerkennung des erweiterten Realabschlusses zwischen den einzelnen Bundesländern oft zu Differenzen. Das liegt sowohl am Lehrplan als auch an den Lehrinhalten sowie Prüfungssystemen. Warum gibt es in Deutschland kein einheitliches Schulsystem wie in anderen Staaten, fragen viele Schüler und Lehrkräfte. Dazu folgende Erklärung.

Deutschland ist Bund der Länder

Deutschland besteht aus 16 einzelnen Ländern. Sie bilden ein Bündnis als die Bundesrepublik Deutschland. Einen Teil der Autoritäten und Funktionsgewalten gingen mit dem Bund an die Bundesregierung über. In vielen Fachbereichen, dazu gehört das Bildungswesen, agieren die Länder im Bund autonom. Das führt dazu, dass Kinder in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern bereits nach der vierten Klasse in die Sekundarstufe I wechseln, während in Berlin fünf bis sechs Schuljahre vergehen.

Die weiterführenden Schulen sind in Lernkompetenzstufen aufgeteilt. Die Sonderlernstufe umfasst Sonderschulen für beeinträchtigte Schüler:innen. Sie wird in einigen Bundesländern auch als Förderschule betitelt. Die Hauptschule ist nur noch in wenigen Bundesländern aktiv, vielerorts wurde sie mit der Gesamt- und Realschule zu einer neuen Mittel- oder Gesamtschule zusammengeschlossen. Auf ihr ist der erweiterte Realabschluss theoretisch möglich. In vielen Bundesländern gibt es die Realschule, dessen Bildung als Mittel- oder Realbildungsweg bezeichnet wird. In den neuen Bundesländern in Ostdeutschland ist das die Mittelschule. Das Gymnasium unterliegt der Sekundarstufe I nur bis zur Klasse neun oder zehn.

Grundvoraussetzung für einen erweiterten Realabschluss

Um den erweiterten Realabschluss zu erhalten, müssen Schüler zunächst den Realschulabschluss absolvieren. Dafür besuchen sie alle zehn Pflichtschuljahre, mit Ausnahme einiger Bundesländer, die eine Verkürzung nach neun Schuljahren anbieten. Der Realschulabschluss nach Klasse neun wird aber nur dann für den Zugang zum erweiterten Realabschluss akzeptiert, wenn das zehnte Schuljahr keine Grundvoraussetzung ist und auf Freiwilligkeit basiert oder für Schüler bereitgestellt wird, die mit einem niedrigen Notendurchschnitt nach neun Schuljahren abschließen.

Die meisten Bundesländer haben die Realschulabschlussprüfung eingeführt, die aus einem schriftlichen wie mündlichen Teil besteht. Außerdem sind die Zensuren des Abschlusszeugnisses mit einzubeziehen. Der Abschluss ist auch als Mittlere Reife bekannt. Die Matura (das Abitur) ist die Erwachsenenreife und wird erst mit dem Abschluss der Matura erlangt oder durch einen Berufsabschluss.

Für den Erhalt des erweiterten Realschulabschlusses (früher auch „Realschulabschluss mit Qualifikation zur Oberstufe“ oder „Q-Realschulabschluss“ genannt) ist ein Notendurchschnitt auf dem Zeugnis von 3,0 notwendig. Besonders im Fokus stehen Fächer wie Deutsch, Fremdsprache (meistens Englisch) und Mathematik. Die drei Fächer können an den meisten Schulen nicht mit einer anderen Note ausgeglichen werden. Wer eine fünf in Mathematik auf dem Abschlusszeugnis erhält, der kann sie nicht durch eine eins in Sport ausgleichen, um weiterhin die 3,0 als Gesamtnotendurchschnitt zu gewährleisten.

Die schriftliche wie mündliche Prüfung muss bestanden werden. Als bestandene Prüfung gilt die Note ausreichend. Mit einem Notendurchschnitt befriedigend bis ausreichend ist anschließend der Besuch einer weiterführenden Schule möglich, während der einfache Realabschluss als Qualifikation für eine allgemeine Berufsbildung, Berufsschule oder Berufsfachschule dient.

Weiterführende Oberschule

Mit dem erweiterten Realabschluss gibt es mehrere Oberschulwege, die den Absolventen des Abschlusses zur Verfügung stehen. Wer mit einem Notendurchschnitt von bis zu 1,5 abschließt, darf einen Antrag für die Aufnahme an einem Gymnasium stellen, um das Vollabitur zu absolvieren. Ein sehr guter Notendurchschnitt wird insbesondere für den weiteren Bildungsweg im medizinischen Fachbereich benötigt. Mit dem Notendurchschnitt bis zu 3,0 reicht es für das Fachabitur, welches spezifischer auf die eingeschlagene Fachrichtung vorbereitet.

Der erweiterte Realabschluss soll Absolventen ermöglichen, an einer Hochschule oder Universität zu studieren. Vorausgesetzt, die Schüler absolvieren nach dem erweiterten Realabschluss das Abitur. Das Abitur an der Oberschule dauert zwei bis drei Schuljahre, abhängig von der jeweiligen Landesregelung. Eine Alternative ergibt sich aus dem Dualsystem. Dabei werden Absolventen mit einem erweiterten Realabschluss fachspezifisch, praktisch und theoretisch zu gleichen Anteilen ausgebildet.

Wer nach dem erweiterten Realabschluss das bisherige Bundesland verlässt, in der Hoffnung auf eine bessere Schule in einem anderen Bundesland, muss vorher vom Schulministerium des Zielbundeslandes die Anerkennung des Abschlusses prüfen lassen.

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