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Muss ich morgen arbeiten trotz Schnee, Sturm, Unwetter?

Muss ich morgen arbeiten trotz Schnee

Wenn Schnee, Sturm und Unwetter aufziehen, fragen sich viele Arbeitnehmer, ob sie zur Arbeit fahren müssen. Die Antwort auf diese Frage lautet, wie oft im deutschen Rechtssystem, es kommt darauf an. Welche Regelungen es gibt und ab wann Arbeitnehmer daheimbleiben dürfen, erfahren Sie nachfolgend.

Wegerisiko liegt beim Arbeitnehmer

Die schnelle Antwort auf die Frage, ob man trotz Schnee, Sturm und Unwetter arbeiten gehen muss, ist ja. Generell gilt, dass man bei solchen Wetterlagen arbeiten gehen muss. Der Arbeitnehmer trägt im Arbeitsverhältnis das Wegerisiko. Es liegt an ihm, sicherzustellen, pünktlich beim festgelegtem Einsatzort zu erscheinen. Wenn man zu spät ins Büro kommt, kann es passieren, dass man für die entfallene Zeit keinen Anspruch auf Vergütung hat.

Eine Ausnahme des Wegerisikos kommt infrage, wenn Meteorologen davor warnen, auf die Straße zu gehen. Das kann passieren, wenn nach einem Sturm beispielsweise umgeknickte Bäume die Straßen versperren oder die Straßen überflutet wurden. Wenn eine begründete Arbeitsverhinderung durch die Wetterlage vorliegen, kann der Arbeitnehmer zu Hause bleiben und muss nicht zum Arbeitsort fahren. Wichtig ist, dass der Arbeitnehmer dies sofort und ohne Umwege dem Arbeitgeber mitteilt. Alternativ kann angeboten werden, von zu Hause aus zu arbeiten.

Bleibt der Arbeitnehmer aufgrund eines Ausnahmezustandes wie Hochwasser zu Hause, darf der Arbeitgeber keine Abmahnung und dergleichen aussprechen. Eine Ausnahme vom Wegerisiko gilt nicht für Situationen wie Stau auf dem Weg zur Arbeit. In diesem Fall hat der Arbeitnehmer selbst schuld daran, wenn er wegen Stau wiederholt zu spät zur Arbeit kommt. Ein solches Verhalten kann für Arbeitnehmer eine Abmahnung bedeuten.

Ausgefallene Arbeitszeit wird nicht vergütet

Schaut man in den Paragrafen 6161 BGB, klärt sich die Frage, ob man weiter Gehalt bekommt oder nicht. Im Gesetzestext wird darauf hingewiesen, dass ein Arbeitnehmer seinen Anspruch auf Gehalt nicht verliert, wenn er für gewisse Zeit ohne sein Verschulden daran gehindert wird, seiner Arbeit nachzugehen. Dies gilt nur, wenn ein subjektives Leistungshindernis vorliegt.

Wenn allerdings eine Vielzahl von Arbeitnehmern nicht zur Arbeit kommen kann, weil beispielsweise ein Orkan wütet, stellt dies ein objektives Leistungshindernis dar. Der Arbeitnehmer bekommt keine Vergütung vom Arbeitgeber. Das bedeutet, wenn ein Arbeitnehmer zu Hause bleibt, weil der Weg zur Arbeit unzumutbar ist, wird seine ausgefallene Arbeitszeit nicht vergütet. Er darf zwar zu Hause bleiben, weil eine begründete Arbeitsverhinderung vorliegt, wird für die ausgefallene Arbeitszeit jedoch nicht entlohnt. Bleibt der Arbeitnehmer zu Hause, weil beispielsweise durch Sturm oder Hochwasser Betriebsstörungen ausgelöst wurden, liegt das Betriebsrisiko beim Arbeitgeber. In solchen Fällen hat der Arbeitnehmer weiterhin Anspruch auf Vergütung.

Eltern dürfen Kinder von der Schule abholen

Viele Schulen fordern Eltern bei entsprechender Wetterlage dazu auf, ihre Kinder umgehend aus der Schule abzuholen. Dabei kommt die Frage auf, ob Eltern in solchen Fällen die Arbeit verlassen dürfen, um die Kinder abzuholen. Weiter ist es fraglich, ob Eltern einen Anspruch auf Entgelt haben oder nicht. Nach Paragraf 275 Absatz 3 BGB hat der Arbeitnehmer das Recht, die Erbringung der Arbeitsleistung zu verweigern, wenn die Erbringung nicht zumutbar ist. Falls es zur Situation kommt, dass das eigene Kind abgeholt werden muss, kann der Arbeitnehmer die Arbeit berechtigt verlassen. Wichtig ist, dass kein Entgeltanspruch besteht.