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Maklerschein machen – Dauer, Kosten, Voraussetzungen

Maklerschein machen - Dauer, Kosten, Voraussetzungen

Um als Immobilien- oder Versicherungsmakler tätig zu werden, muss man in Besitz eines gültigen Maklerscheins sein. Dieser kann bei jedem Ordnungs- bzw. Gewerbeamt beantragt werden, in dessen man seinen Wohnsitz hat. Für die Beantragung wird ein Personalausweis, das Antragsformular, ein Führungszeugnis, ein Auszug aus dem Schuldnerverzeichnis und eine steuerliche Unbedenklichkeitserklärung benötigt. Zusätzlich kann der Maklerschein recht kostspielig sein. Je nach Umfang kann die Ausstellung des Maklerscheins bis zu 2.000 Euro kosten.

Wann wird ein Maklerschein benötigt?

Einen Maklerschein benötigt jeder, der auf selbständiger Basis im Bereich der Versicherung- und/oder Immobilienvermittlung tätig werden möchte. Insbesondere dort wo es um Vertragsabschlüsse für Darlehen, Versicherungen, Bausparverträgen, Grundstücken, Mietobjekten und Mietverträgen geht. Diese Regelung ist im Paragraf 34 C der Gewerbeordnung festgehalten. Versicherungsmakler benötigen zusätzlich noch einen Sachkundenachweis, welcher sie zur Ausübung des Berufes qualifiziert. Dies ist im Paragraf 34 D der Gewerbeordnung festgehalten. Wer hingegen als Börsenmakler tätig werden möchte, benötigt einen solchen Schein nicht.

Kann jeder einen Maklerschein machen?

Da Makler kein geschützter Beruf ist, kann grundsätzlich jeder einen Maklerschein beantragen. Bekommen wird man diesen Schein allerdings nur, wenn man nach gesetzlichen Ansichten als zuverlässig eingestuft wird. Mit Einträgen im Führungszeugnis oder nicht geregelten Vermögensverhältnissen, wie zum Beispiel ein Insolvenzverfahren, ist es nicht möglich einen Maklerschein zu bekommen. Wer beispielsweise wegen Unterschlagung, Betrug, Diebstahl, Urkundenfälschung, Untreue oder auch einer Insolvenzverschleppung gerichtlich verurteilt wurde, für den ist es ebenfalls unmöglich einen Maklerschein zu bekommen.

Wer einen Maklerschein beantragen möchte, sollte zudem etwas Geld beiseite liegen haben, denn es kann ein paar Wochen oder Monate dauern, bis die ersten Provisionen aus Vertragsabschlüssen eingehen.

Unterschied Versicherungsmakler und Immobilienmakler

Egal ob man als Versicherungsmakler oder Immobilienmakler tätig werden möchte, man benötigt grundsätzlich erstmal den Maklerschein. Für Immobilienmakler reicht dies nach aktueller Gesetzeslage schon aus, um anschließend direkt als Makler tätig zu werden. Nach aktuellen Bedingungen ist keine Ausbildung notwendig. Es wird allerdings empfohlen eine Ausbildung zum Immobilienmakler zu absolvieren oder Branchenkenntnisse mitzubringen.

Für Versicherungsmakler hingegen ist der Start in das Berufsleben als Makler nicht so leicht, denn man benötigt zusätzlich den Maklerschein nach Paragraf 34 D der Gewerbeordnung, welcher eine entsprechende Sachkunde voraussetzt. Das heißt es muss entweder eine Ausbildung in der Finanz- und Versicherungswirtschaft oder eine langjährige Erfahrung in dieser Branche nachgewiesen werden, um den Maklerschein zu bekommen. Zusätzlich müssen Versicherungsmakler eine jährliche Fortbildung von mindestens 15 Stunden nachweisen, um den Maklerschein zu erhalten.

Der Maklerschein allein reicht nicht

Wie bereits erwähnt ist der Maklerschein die zwingende Voraussetzung, um als Makler tätig zu werden, aber er reicht allein nicht aus. Versicherungsmakler benötigen zusätzlich einen Sachkundenachweis und Immobilienmakler sollten Berufserfahrung aus der Immobilienbranche mitbringen, bevor sie in diesem Beruf tätig werden.

Oft arbeiten Bauträger, Versicherungsgesellschaften und Maklerpools auch gar nicht mit Maklern zusammen, die keine entsprechende Qualifizierung nachweisen können. Der Gesetzgeber hat hier schon vor einigen Jahren die Regeln straffer gesetzt, um das Maklergeschäft ordentlicher zu machen und schwarze Schafe von seriösen Unternehmen zu trennen. Schließlich geht es bei Verträgen aus der Immobilien- oder Versicherungswirtschaft zum einen oft um große Summen und zum anderen auch um Risiken. Der Gesetzgeber wollte mit diesen Maßnahmen zukünftig eine ordentliche Beratung der Klienten sicherstellen.

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