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Lohnsteuerbescheinigug verloren – was kann man tun?

Lohnsteuerbescheinigug verloren - was kann man tun

Die Lohnsteuerbescheinigung, welche Arbeitnehmer zum Jahresende erhalten, wird bei der Anfertigung der jährlichen Steuererklärung benötigt. Diese Bescheinigung ist zudem für die persönlichen Unterlagen relevant. Es kann deshalb zu einem Problem werden, wenn diese Bescheinigung verloren wird. Der folgende Beitrag informiert über verschiedene Optionen zur Wiederbeschaffung, wenn die Lohnsteuerbescheinigung verloren gegangen ist.

Lohnsteuerbescheinigung neu ausdrucken lassen

Wer beim Ordnen seiner Unterlagen für die Steuererklärung feststellt, dass die Lohnsteuerbescheinigung nicht auffindbar ist, kann seinen Arbeitgeber um einen neuen Ausdruck der Lohnsteuerbescheinigung bitten. Dazu müssen die Betroffenen in die Personalabteilung ihres Unternehmens gehen. Weil Arbeitgeber hierzulande verpflichtet sind, sämtliche Daten mindestens 10 Jahre lang aufzubewahren, kann die Bescheinigung problemlos neu ausgedruckt und vom Arbeitnehmer dort abgeholt werden.

Lohnsteuerbescheinigung vom Finanzamt ausdrucken lassen

Wer zwischenzeitlich seinen Arbeitgeber gewechselt hat, wenn der ehemalige Arbeitgeber schwer erreichbar ist, die Firma nicht mehr existiert oder kein Kontakt erwünscht ist, besteh zudem die Option, das Finanzamt um einen Ausdruck der Lohnsteuerbescheinigung zu bitten. Dies ist möglich, weil die Daten von Arbeitnehmern von Arbeitgebern monatlich an das Finanzamt übermittelt werden.

Jahreswerte aus der Gehaltsabrechnung entnehmen

Eine andere Möglichkeit ist es, bei der Erstellung der Steuererklärung die Angaben aus der letzten Gehaltsabrechnung in die Steuererklärung zu übernehmen. Auf jeder Gehaltsabrechnung gibt es eine Spalte mit Jahreswerten, die identisch auf den Daten auf der Lohnsteuerbescheinigung sind.

Steuererklärung ohne Lohnsteuerbescheinigung erstellen und beim Finanzamt einreichen

Wenn trotz Verlustes der Lohnsteuerbescheinigung alle Daten verfügbar sind, kann die Steuererklärung trotzdem erstellt und ans Finanzamt übermittelt werden, weil die Daten dem Finanzamt vorliegen. Es ist deshalb nicht nötig, dass die Lohnsteuerbescheinigung der Steuererklärung als Anlage beigefügt wird.

Warum ist die Lohnsteuerbescheinigung ein wichtiges Dokument?

Die Lohnsteuerbescheinigung ermöglicht es Arbeitnehmern zu beweisen, in welcher Höhe Lohnsteuer von seinem Arbeitgeber bereits an das Finanzamt abgeführt wurden. Sie ist jedoch kein Nachweis, dass die Höhe der vom Gehalt abgezogenen Lohnsteuer korrekt ist. Eventuelle Fehler können beim Anfertigen der Steuererklärung berücksichtigt werden. Eine Widerlegung ist deshalb möglich, weil die Lohnsteuerbescheinigung nicht verbindlich ist.

Daten auf der Lohnsteuerbescheinigung

Eine Lohnsteuerbescheinigung besteht generell aus zwei Tabellen. Diese Spalten enthalten Informationen zur Lohnsteuer, zur Kirchensteuer und zum Arbeitslohn. Des Weiteren sind auf der Bescheinigung folgende Daten aufgeführt:

  • Vor- und Familienname
  • Identifikationsnummer
  • Personalnummer
  • eTIN
  • Steuernummer
  • Anschrift
  • Geburtsdatum
  • Steuerklasse
  • Bruttolohn
  • Kindergeld
  • Freibeträge
  • Sachbezüge
  • sonstige Zuwendungen
  • abgezogene Sozialversicherungsbeiträge
  • Lohnsteuerabzüge

Was ist die eTIN?

Damit das Finanzamt jede Lohnsteuerbescheinigung einem Arbeitnehmer eindeutig zuordnen kann, wird eine eTIN eingesetzt. Sie wird vom Arbeitgeber erzeugt. Diese eTIN setzt sich zusammen aus:

  • im Namen enthaltenen Umlauten
  • Geburtsdatum
  • weiteren Prüfziffern

Nach Erhalt der Lohnsteuerbescheinigung muss die Richtigkeit der Daten vom Arbeitnehmer überprüft werden.

Zustellung der Lohnsteuerbescheinigung

Die Lohnsteuerbescheinigung muss in Deutschland jedem Arbeitnehmer am Ende eines Kalenderjahres spätestens bis Ende Februar des Folgejahres zugestellt werden. Falls ein Arbeitsverhältnis während des Jahres endet, versendet die Personalabteilung die Bescheinigung meistens schon früher. Arbeitnehmer, denen die Lohnsteuerbescheinigung nicht bis Ende Februar zugestellt wurde, sollten bei Personalabteilung ihrer Firma nachfragen.

Braucht jeder Arbeitnehmer eine Lohnsteuerbescheinigung?

Für Arbeitnehmer, die in einem Mini-Job beschäftigen, muss der Arbeitgeber zwei Prozent Lohnsteuer an die Minijob-Zentrale abführen. Eine Lohnsteuerbescheinigung muss deshalb nicht ans Finanzamt übermittelt werden. Der Arbeitgeber ist nur zur Ausstellung von Lohnsteuerbescheinigungen verpflichtet, wenn die Lohnsteuer von Arbeitnehmern nach individuellen Daten berechnet wird.

Bei Arbeitslosigkeit erhaltene Betroffene für den Zeitraum vom Arbeitsamt eine Bescheinigung über die Höhe des gezahlten Arbeitslosengeldes.

Müssen Arbeitnehmer ihre Lohnsteuerbescheinigungen aufbewahren?

Die Lohnsteuerbescheinigung ist ein wichtiges Dokument und muss deshalb aufbewahrt werden. Mithilfe dieses Formulars geht die Erstellung der Steuererklärung schneller. Die Angaben auf der Lohnsteuerbescheinigung können einfach in die Anlage N der Steuererklärung übernommen werden. Deshalb ist es Arbeitnehmern, die ihre Lohnsteuerbescheinigung verloren oder nicht erhalten haben, zu empfehlen, sich diese Bescheinigung nochmals von ihrem Arbeitgeber ausdrucken zu lassen. Arbeitgeber haben die Pflicht, eine Lohnsteuerbescheinigung auszustellen, auch wenn die Lohnabrechnung noch maschinell durchführen.

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