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Interdisziplinär arbeiten in der Medizin – was heißt das? – Bedeutung

Interdisziplinär arbeiten in der Medizin - was heißt das

Interdisziplinarität im Allgemeinen bedeutet, dass wenn zwei verschiedene Bereiche zusammen arbeiten, der eine immer weiß, was der andere macht. So steigert man den Erfolg, denn alle Abläufe und Maßnahmen können aufeinander abgestimmt werden.

Interdisziplinarität in der Medizin

Bei der Behandlung eines Patienten kann es sinnvoll sein, dass verschiedene medizinische Fachgebiete zusammen arbeiten. Das kommt vor bei komplexen Krankheiten, die verschiedenste Symptome aufweisen können, wie zum Beispiel Multiple Sklerose (MS). Verschiedene Symptome müssen von unterschiedlichen Fachärzten behandelt werden, auch wenn die symptomgebende Krankheit einem speziellen Fachgebiet zugeordnet werden kann. So können MS Patienten zum Beispiel Probleme mit dem Bewegungsapparat haben, dann käme ein Physiotherapeut zum Einsatz. Es kommt aber auch häufig vor, dass MS zu Sprachschwierigkeiten führt, dann sollte man einen Logopäden hinzu ziehen. Die Krankheit selbst wird dem Gebiet der Neurologie zugesprochen. Der behandelnde Neurologe entscheidet unter Anderem über die Medikation. Gerade bei der Medikamentengabe ist eine Absprache mit anderen behandelnden Fachärzten unabdingbar. Zudem kann bei MS Patienten auch eine psychologische Betreuung sinnvoll sein. Sie sehen an diesem Beispiel, dass es Krankheiten gibt, die eine kombinierte Behandlung erfordern. Bei einer solch kombinierten Behandlung ist es selbstverständlich wichtig, dass die behandelnden Ärzte sich untereinander absprechen, damit sich die einzelnen Behandlungsformen am Ende nicht im Weg stehen.

Unterschied interdisziplinäre und multidisziplinäre Behandlung

Bei beiden Behandlungsformen wird eine Krankheit bei einem Patienten von verschiedenen Fachärzten behandelt, aufgrund der Tatsache, dass die Krankheit sehr unterschiedliche Symptome zeigt. Der wesentliche Unterschied der beiden Behandlungsformen liegt in der Kommunikation unter den Fachärzten. Bei der Multidisziplinären Behandlungsform kann man davon ausgehen, dass die behandelnden Ärzte sich nicht untereinander absprechen. Hier wird nur durch den Patienten selbst vermittelt. Bei der interdisziplinären Behandlungsform sprechen sich die behandelnden Fachärzte direkt untereinander ab und stimmen ihre Behandlungsformen aufeinander ab. So wird die Behandlung wesentlich effizienter und das kommt schlussendlich dem Patienten zu Gute.

Schwierigkeiten bei der interdisziplinären Behandlungsmethode

In Krankenhäusern ist diese Methode theoretisch relativ leicht umsetzbar, da sich alle Fachärzte an einem Ort befinden. Zudem sind die Fachbereiche in der Regel auch digital vernetzt, so dass zumindest sicher gestellt werden kann, dass der behandelnde Facharzt in der Akte die Befunde und Behandlungsempfehlungen der anderen Fachärzte einsehen kann. Auch eine persönliche Absprache ist innerhalb des Krankenhauses recht leicht zu organisieren. Außerhalb des Krankenhauses sieht das Ganze etwas schwieriger aus. Es ist zwar durchaus möglich, dass sich auch niedergelassene Fachärzte untereinander absprechen, das ist aber viel schwerer zu organisieren. Natürlich kann auch ein niedergelassener Facharzt Akteneinsicht bei einem anderen behandelnden Arzt in der Sache einfordern, das nimmt aber mindestens wesentlich mehr Zeit in Anspruch. Als betroffener Patient sollte man selbst immer dafür sorgen, dass jeder behandelnde Arzt in einer Sache immer über die anderen Behandlungsansätze Bescheid weiß. Nur so kann das bestmögliche Behandlungsergebnis erzielt werden.

Interdisziplinarität über medizinische Fachrichtungen hinaus

Interdisziplinäre Behandlung kann auch andere Fachleute als Mediziner mit einbeziehen. So gibt es durchaus Krankenhäuser, die neben verschiedensten Fachärzten auch Biologen und Theologen beschäftigen, um wirklich alle möglichen Therapieansätze und Lösungsmöglichkeiten abzudecken. Klassisch ist die interdisziplinäre Arbeit zwischen Medizin und Pflege in den verschiedensten Einrichtungen, wie zum Beispiel Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Denn nur wenn man alle Möglichkeiten evaluiert und seine eigenen Theorien mit dem Wissen anderer abgleicht, kann man den größtmöglichen Erfolg haben. Genau deshalb ist auch der Aspekt der dauernden Kommunikation und Absprache das entscheidende Merkmal der interdisziplinären Arbeit innerhalb der Medizin.

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