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Hochschule & Universität – was ist der Unterschied?

Heutzutage verschwimmt der Unterschied zwischen Universität sowie Hochschule immer mehr. Im Jahre 1999 wurde der Bologna-Prozess auf EU-Ebene unterzeichnet. 30 europäische Staaten verklärten ein gemeinsames Ziel. Für die Studierenden sollte es uneingeschränkt möglich sein, innerhalb Europas zu studieren. Die Hochschullandschaft wurde fortan sukzessive reformiert. Durch die gegenseitige Anerkennung von Studienabschlüssen sowie deren Leistungen verwischen hierzulande die Unterschiede zwischen Universität und Hochschule immer mehr. Doch einige Unterschiede blieben bis heute.

Die wesentlichen Unterschiede zwischen Universität und Hochschule

Die Hochschule ist traditionell unmittelbar anwendungsorientiert ausgerichtet. Die bisherige gekannte Fachhochschule wird heute lediglich Hochschule genannt. Die Universität in Deutschland ist eine Bildungseinrichtung, welche als Hochschule mit Promotionsrecht bezeichnet wird. Im Gegensatz zu der praxisorientierten Hochschule legt die Universität ihren Schwerpunkt auf den theoretischen Part. Ob Hochschule oder Universität, in beiden Bildungseinrichten ist der Bachelor- oder Masterabschluss möglich. Der Abschluss, ob an der Hochschule oder Universität, gilt als gleichwertig. In den Köpfen der Menschen wird oftmals der Abschluss an der Universität als hochwertiger angesehen. Der wesentliche Unterschied hängt mit dem Promotionsrecht zusammen. Lediglich an einer Universität ist das Promovieren möglich.

Die Unterschiede im Lehrstil sowie der Gruppengröße

Weitere Unterschiede bestehen im jeweiligen Lehrstil sowie bezüglich der Gruppengröße. DIe Hochschule konzentriert sich verstärkt auf den praxisorientierten Unterrichtsstil. Damit verbunden sind unmittelbare Praxissemester. Dabei handelt es sich nicht um eine persönliche Wahl, sondern wird als Pflichtbestandteil des Studiums gesehen. Die Studierenden werden an der Hochschule in kleinere Gruppen aufgeteilt. Die durchschnittliche Gruppenanzahl beschränkt sich selbst bei großen Gruppen auf unter 60 Studierende. Der theoretische Unterricht orientiert sich stärker an der Forschung. Das Zulassungsverfahren an der Hochschule unterscheidet sich zur Universität.

Die jeweiligen Studienangebote

Die Angebote der Studiengänge unterscheiden sich. Studiengänge wie Medizin, Geisteswissenschaften oder Jura werden ausschließlich an der Universität gelehrt. Das Angebot der Hochschule an Studiengängen konzentriert sich verstärkt auf Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften. Des Weiteren können Studiengänge im Bereich der Pflege sowie Soziale Arbeit belegt werden. Bezüglich der Wertigkeit des Studienabschlusses gibt es keinen Unterschied zwischen Universität und Hochschule. Die wesentliche Unterscheidung bezieht sich auf den Studiengang sowie der persönlichen Präforierung.

Die persönliche Entscheidung und die Voraussetzungen

Mit der allgemeinen Hochschulreife besteht die Berechtigung, sich an allen Studiengänge zu bewerben. Mit der fachgebundenen Hochschulreife besteht lediglich die Möglichkeit auf gewisse Fachrichtungen, welche im Zeugnis an sich vermerkt wurden. Mit der Fachhochschulreife können alle Studiengänge an der Hochschule aufgenommen werden. Weitere Unterschiede bestimmen die Regelungen der jeweiligen Bundesländer.

Ist das Wunschfach gewählt, gilt es zu schauen, ob das Fach nur an der Universität oder an der Hochschule gelehrt wird. Im persönlichen Fokus sollte zudem stehen, ob eine Ausrichtung mehr theoretisch oder praxisorientiert den eigenen Veranlagungen und Vorstellungen entspricht. Das Studieren an der Universität ist persönlich anonymer aufgrund der Anzahl der Studierenden. Die persönlichere Atmosphäre findet an der Hochschule statt. Zudem ist der Stundenplan an der Hochschule vorgegeben und an der Universität freier. Die jeweilige Struktur sollte mit in Betracht gezogen werden. Nicht jeder Studierende kommt mit einer freieren Zeiteinteilung klar. Zu beachten ist zudem, dass manche Studiengänge einen NC erfordern. Beim NC handelt es sich um eine Zulassungsbeschränkung. Der Numerus Clausus setzt eine gewisse Abiturdurchschnittsnote voraus. Damit das Wunschstudium kein Traum bleibt, klagen manche Studierende ihren Studienplatz ein.