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Gehalt & Lohn – was ist der Unterschied?

Einige erhalten Lohn, andere Gehalt und oft werden die beiden Vergütungen für die geleistete Arbeit verwechselt. Dabei ist der Unterschied einfach zu erklären und künftig dürften die Bezeichnungen für die Arbeitsvergütung auseinander zu halten sein.

Lohn einfach erklärt

Der Lohn basiert auf die geleistete Arbeitsstunde eines Arbeitnehmers. Häufig wird vom Stundenlohn gesprochen, der frei mit dem Arbeitgeber ausgehandelt oder nach den Tarifvereinbarungen gezahlt wird. Wer einen Lohn erhält nach einem Monat Arbeit, muss immer darauf achten, die Arbeitsstunden zu erfassen, um die genau abrechnen zu lassen. Wird auch nur eine einzige Stunde vergessen, erhält der Arbeitnehmer für die gearbeitete Stunde keinen Lohn. Die meisten Arbeitgeber erfassen die Arbeitsstunden ihrer Arbeitnehmer mittels einer Stempelkarte. Vor Beginn der Arbeitsschicht muss jeder einzelne Arbeitnehmer die Karte scannen oder in die Stempeluhr stecken, damit die genaue Zeit der Ankunft erfasst wird. Nach der Tagesschicht müssen die Arbeitnehmer erneut die Stempelkarte scannen oder stempeln, um das Arbeitsende zu erfassen. In einigen Fällen sind auch vor und nach jeder Pause die Zeiten zu erfassen, da viele Betriebe nur die Arbeitszeit bezahlen und nicht die Pausenzeiten.

Lohn mit dem Arbeitgeber verhandeln

Wer keinen Tarifvertrag erhält, der bereits von den Gewerkschaftsvertretern mit den Arbeitgebern ausgehandelt wurde, der kann seinen Stundenlohn frei mit dem Arbeitgeber verhandeln. Allerdings ist darauf zu achten, dass im Arbeitskontrakt die Mindestarbeitsstunden erfasst werden und die Überstunden mit einem Aufschlag vergütet werden.

Beispiel für Lohn

Der Arbeitnehmer vereinbart mit dem Arbeitgeber einen Stundenlohn von 15,00 Euro und muss in einem Abrechnungsmonat mindestens 160 Arbeitsstunden leisten. Dazu wird jede weitere Arbeitsstunde als Überstunde gewertet und mit einem Stundenlohn von 16,50 Euro vergütet. Die Angaben sind brutto. Damit sichert sich der Arbeitnehmer einen garantierten Bruttolohn von 2.400 Euro monatlich. Hinzu kommen Nacht- und Feiertagszuschläge, wenn zu diesen Zeiten Arbeitsstunden anfallen.

Der Arbeitgeber ist unter bestimmten Voraussetzungen berechtigt die Arbeitsstunden im Monat zu kürzen. Das hat zur Folge, dass der Bruttolohn des Arbeitnehmers sinkt. Wird im Arbeitskontrakt keine Mindestarbeitsstundenzahl pro Monat festgelegt, dann erhält der Arbeitnehmer nur den Grundlohn für die geleisteten Arbeitsstunden, er hat keinen Anspruch auf eine Mindestlohnvergütung. Krankentage sind jedoch mit den üblichen Mindeststunden abzugelten.

Lohn nach Tarifvertrag

Der Tariflohn ist zwischen dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht frei verhandelbar. Die Lohnzahlung richtet sich nach dem Tarifvertrag, darf aber auf Bestreben des Arbeitgebers besser vergütet werden als der Gewerkschaftsvertrag vorsieht, jedoch darf der vereinbarte Stundenlohn vom Arbeitgeber nicht unterschritten werden. Festgelegt sind außerdem die Zuschlagsvergütungen und den Stundenlohn für Überstunden.

Gehalt einfach erklärt

Das Gehalt basiert nicht auf eine einzelne Arbeitsstunde, beinhaltet aber immer eine Mindestarbeitsstundenanzahl, die ein Arbeitnehmer im Monat zu leisten hat. Das Gehalt variiert nicht wie der Lohn, sondern ist immer eine fixe Vergütung, unabhängig davon, ob der Arbeitgeber den Arbeitnehmer die vereinbarten Mindeststunden arbeiten lassen kann.

Gehalt mit dem Arbeitgeber verhandeln

Gewerkschaften führen nicht nur Verhandlungen über den Lohn mit Arbeitgebern, sondern ebenso über das Gehalt der Angestellten. Basiert der Arbeitsvertrag nicht auf eine Gewerkschaftsvereinbarung, dann ist der Angestellte berechtigt das Gehalt mit dem Arbeitgeber individuell zu verhandeln. Arbeitnehmer und Angestellte müssen bei der Gehaltsverhandlung immer darauf achten, dass sie ein marktgerechtes Bruttogehalt kassieren und nicht unterbezahlt werden.

Beispiel für Gehalt

Die Arbeitnehmerin vereinbart aufgrund ihrer beruflichen Qualifikationen mit dem neuen Arbeitgeber, dass dieser ihr für 180 Arbeitsstunden im Monat ein Bruttogehalt von 5.600 Euro bezahlt. Zusätzlich kommen jährliche Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld hinzu. Der Arbeitgeber ist verpflichtet ihr das Bruttogehalt jeden Monat in derselben Höhe zu überweisen. Wenn die Arbeitnehmerin Überstunden leistet, werden die bis zu einem bestimmten Kontingent nicht finanziell ausgeglichen, sondern die Arbeitnehmerin muss die Überstunden durch Freizeit ausgleichen. Ist das nicht möglich, sollten Arbeitgeber grundsätzlich binnen einer vereinbarten Frist die Überstunden ausbezahlen.