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Arbeitszwischenzeugnis richtig beantragen – Anleitung

Arbeitszwischenzeugnis richtig beantragen

Arbeitnehmer haben kein gesetzliches Recht auf die Ausstellung eines Arbeitszwischenzeugnisses. Das Recht auf ein Arbeitszeugnis besteht nur, wenn das Arbeitsverhältnis aufgelöst wird oder vertraglich fristgerecht endet. Dennoch sind die meisten Arbeitgeber dazu bereit, dem Arbeitnehmer ein Arbeitszwischenzeugnis auszustellen. Vorteile bringt das unter anderem, wenn ein Vorgesetzter wechselt oder die gesamte Unternehmensführung neu besetzt wird.

Feedback zur Prüfung seiner Arbeitsqualität

Trotz eines sehr guten Arbeitsverhältnisses ist es legitim, seine eigene Leistung bewerten zu lassen. Vielleicht gibt es auf dem Arbeitsmarkt irgendwann die Möglichkeit, sich zu verändern. Arbeitnehmer haben einen gewissen Einfluss auf die Formulierungen im Arbeitszwischenzeugnis. Der Arbeitgeber darf seinen Arbeitnehmer im Zeugnis nicht herabwürdigen, was immer wieder vorkommt, weil der Arbeitgeber bei einem Zwischenzeugnis in Betracht zieht, dass der Arbeitnehmer das Unternehmen verlassen möchte. Um das Verhältnis nicht zu belasten, sollten Arbeitnehmer einen plausiblen Grund für das Zwischenzeugnis ihrer Arbeit liefern.

Die Anfrage für das Arbeitszwischenzeugnis sollte schriftlich erfolgen, ist aber nicht zwingend notwendig, wenn ein gutes Verhältnis zum Vorgesetzten besteht. Es reicht in dem Fall die persönliche Kommunikation. Sobald der Arbeitnehmer seinen Wunsch beim Arbeitgeber hinterlegt hat, stehen dem zwei Wochen für die Ausfertigung des Zeugnisses zu. Sollte die Frist verstreichen, ist der Arbeitgeber erneut darauf hinzuweisen, mit der Bitte das schnellstmöglich zu erledigen. Da kein gesetzliches Recht darauf besteht, können Arbeitnehmer nur bitten und nicht fordern.

Inhalte im Arbeitszwischenzeugnis

Der Arbeitgeber muss formelle Vorgaben bei der Ausstellung des Arbeitszwischenzeugnisses einhalten. Im ersten Drittel des Zeugnisses müssen alle Stammdaten des Arbeitnehmers und Arbeitgebers enthalten sein. Zu den Stammdaten zählen unter anderem der vollständige Name, die Anschrift und das Einstellungsdatum im Betrieb. Darauf folgt die Beschreibung der bisher geleisteten Tätigkeiten. Handelt es sich um das erste Arbeitszwischenzeugnis, so sind alle bisher geleisteten Tätigkeiten aufzuführen. Besteht bereits ein Zwischenzeugnis, so reicht es aus, dass nur die Tätigkeiten aufgeführt werden, die zwischen den beiden Zeugnissen ausgeübt wurden.

Im Anschluss folgt eine kurze Beurteilung der Arbeitsleistung. Der Arbeitgeber darf reale Angaben dazu machen, muss aber so weit wie möglich objektiv bleiben. Das bedeutet, dass Sympathien zulässig, aber Antipathien unzulässig sind. Selbst wenn ein Arbeitnehmer unausstehlich ist und der Vorgesetzte, der die Beurteilung ausführt, den Arbeitnehmer aus persönlichen Gründen nicht mag, darf er das im Zeugnis keinesfalls mitteilen. Es gibt bestimmte positive Formeln, dessen Bedeutungen negativ ausfallen. „Der Arbeitnehmer war stets bemüht, die ihm aufgetragenen Arbeiten zu unserer Zufriedenheit zu erledigen“ bedeutet nichts anderes, als dass der Arbeitnehmer die ihm aufgetragenen Arbeiten nicht erledigte. Das ist ein Hinweis auf eine mangelnde Arbeitseinstellung des Arbeitnehmers und fehlende Sachkenntnis.

Des Weiteren wird die Sozialkompetenz des Arbeitnehmers bewertet. Ist dieser loyal zu seinem Arbeitgeber, geht der Arbeitnehmer gut mit seinen Kollegen um oder versucht dieser die Kollegen untereinander auszuspielen, all das ist relevant. Ebenso seine Motivation und Herangehensweise im Berufsalltag. Häufige Fehlzeiten lassen sich ebenso mit einbinden, die häufig nett formuliert werden. „Der Arbeitnehmer war ausreichend motiviert während seiner mehrtägigen Anwesenheit im Monat“ sagt aus, dass der Arbeitnehmer Motivationsmängel aufweist und ständig fehlt. Zum Schluss folgt eine Schlussformel. Die beinhaltet den Status des Mitarbeiters. „Wir schätzen Herr oder Frau XY als einen unserer wichtigsten Mitarbeiter:innen im Betrieb“ bedeutet, dass der Verzicht auf die Arbeitskraft bedauerlich wäre. Das ist ein Zeugnis von einem guten Verhältnis. Steht dort hingegen „Wir akzeptieren die Anwesenheit des Mitarbeiters“ ohne diesen namentlich zu erwähnen, kommt das dem direkten Wunsch gleich, dass der Arbeitnehmer bitte schnellstmöglich den Betrieb verlässt. Das zeigt aber, dass der Arbeitnehmer derzeit keinen Anlass für eine fristlose Kündigung liefert.

Hinweis: Die Beurteilung darf nicht wesentlich von anderen Arbeitszwischenzeugnissen desselben Betriebs abweichen. Das trifft auch für die Endbeurteilung zu, sobald das Arbeitsverhältnis endet.

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