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12 Euro Stundenlohne Brutto – wieviel ist das Netto?

Mit Prellung arbeiten gehen oder nicht

Arbeitnehmer, die einen Job mit einem Bruttostundenlohn von 12,00 Euro annehmen, möchten oft vor der ersten Lohnzahlung wissen, wie viel Nettolohn sie erhalten. Anhand einer einzelnen Lohnstunde lässt sich der mögliche Nettolohn jedoch nicht errechnen. Ein so niedriges Einkommen muss weder versteuert noch müssen dafür Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden. Entscheidend ist die Lohnklasse in die ein Arbeitnehmer eingestuft ist.

Grundsätze des Stundenlohns

Der Stundenlohn weicht vom Gehalt deutlich ab. Der Lohn basiert immer auf den geleisteten Arbeitsstunden innerhalb einer Abrechnungsperiode. In der Regel zahlen Arbeitgeber Löhne monatlich aus. Es gibt Ausnahmen, wenn zum Beispiel ein Abrufvertrag besteht, der eine kürzere oder längere Abrechnungsperiode erlaubt. Der Lohn variiert monatlich, weil diverse Zuschläge (Nachtschicht, Feiertag, Urlaub) entfallen oder anteilig hinzugerechnet werden können.

Das Gehalt basiert hingegen auf einem festgeschriebenen Betrag, der nicht von den geleisteten Arbeitsstunden abhängig ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass auch Gehaltsbezieher ein Stundenkonto erhalten. Minusstunden müssen zum Beispiel durch Überstunden abgegolten werden und Überstunden durch freie Tage. Gehaltsbezieher können monatlich immer mit einem festen Grunderwerbseinkommen rechnen, die Abweichungen betreffen in der Regel nur Boni und Urlaubsgelder.

12 Euro pro Stunde bei Gehaltsbezug

Um herauszufinden, wie viel 12,00 Euro pro Stunde Bruttogehalt als Nettogehalt ist, sind folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  1. Wie viele Stunden sind im Gehalt inkludiert?
  2. Welche Boni, Anteile und sonstigen Extras wurden vereinbart?
  3. In welchem Bundesland arbeitet der Arbeitnehmer?
  4. Welchen Familienstatus führt der Arbeitnehmer?
  5. Wie viele Unterhaltsberechtigte hat der Arbeitnehmer zu unterhalten?
  6. Besteht die Abgabe der Kirchensteuer?
  7. Welche Vorsorgeleistungen (Rentenfond, Zusatzversicherungen, etc.) muss der Arbeitnehmer bedienen?
  8. Wie hoch sind die Beiträge zur gesetzlichen oder privaten Gesundheitsversicherung?

Folgend eine fiktive Beispielrechnung für einen Gehaltsbezug mit 12,00 pro Stunde:

Das Grundgehalt beinhaltet genau 160 Arbeitsstunden im Monat, ungeachtet der realen Anzahl der Arbeitstage. Da jede Stunde mit 12,00 Bruttogehalt berechnet wird, ergibt das ein Grundbruttogehalt von 1.920 Euro. Der Arbeitnehmer erhält außerdem eine Werbekostenpauschale von 150,00 im Monat. Er ist verheiratet und hat zwei unterhaltspflichtige Kinder, verdient mehr als seine Ehefrau. Die Familie lebt in Hessen, alle sind gesetzlich versichert und sparen nicht über einen staatlichen Fond für die Altersvorsorge an, allerdings führt er Kirchensteuer ab.

Die Höhe des Bruttogehalts liegt im steuerlichen Freibetrag. Das bedeutet, dass weder Lohn-, Soli- noch Kirchensteuer abzuführen sind. Zu zahlen sind Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Die betragen unter Berücksichtigung des Familienstandes und des Bundeslandes Hessen insgesamt 413,49 Euro. Damit bleibt dem Arbeitnehmer ein Nettogehalt von 1.656,51 Euro. Der reale Wert des Bruttogehalts pro Stunde beträgt 11,94 Euro und das Nettogehalt pro Stunde 9,56 Euro.

12 Euro Stundenlohn – so hoch ist der Nettolohn

Nettolöhne sind immer davon abhängig, wie viele Arbeitsstunden ein Arbeitnehmer in der Abrechnungsperiode leistet oder bezahlter Urlaub verrechnet wird. Dieselben Faktoren wie bei der Gehaltsberechnung sind auch hier zu berücksichtigen. Hinzu kommen mögliche Überstunden, die entlohnt werden, sofern zwischen dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer kein grundsätzlicher Freizeitausgleich vereinbart wird. Arbeitgeber vereinbaren mit ihren Arbeitnehmern eine Mindeststundenanzahl, die im Monat geleistet werden muss.

Im folgenden fiktiven Beispiel haben beide Parteien eine Arbeitszeit von insgesamt 160 Stunden im Monat vereinbart, die maximal 40 Stunden pro Woche beträgt. Daraus ergibt sich ein Grundbruttolohn von 1.920 Euro. Die Arbeitnehmerin ist alleinstehend und wird somit in der Lohnklasse I geführt, weil sie keine unterhaltspflichtigen Kinder zu versorgen hat. Aus der Kirche ist sie ausgetreten und nicht zur Abgabe der Kirchensteuer verpflichtet. Sie ist gesetzlich krankenversichert und wohnt und arbeitet in Bayern.

Ihr Nettolohn beträgt 1.390,18 Euro. Vom Bruttolohn werden ihr 390,24 Euro für Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherung abgezogen. Außerdem 139,58 Euro Lohnsteuer, Solidaritätssteuer wird bei der Einkommenshöhe nicht fällig. Ihr realer Bruttostundenlohn beträgt bereinigt 11,08 Euro, der Nettostundenlohn 8,02 Euro. Unverheiratete Alleinstehende ohne Kinder zahlen prozentual höhere Beiträge und Steuern bei 12,00 Euro Stundenlohn als Verheiratete mit Kindern. Die hier angegebenen Daten dienen ausschließlich der Orientierung und sind ohne Gewähr.